März 8th, 2012
Ich habe meinen Ohren nicht getraut als ich gestern Abend den Sat.1-Fußballexperten Wolff-Christoph Fuss gehört habe: „In Spanien hamse für Messi den Ejakulativ erfunden“, und „das ist jenseits des Superlativs.“ Ob das wohl wehtut? Geschrien hat er jedenfalls wie immer, der Sprachkünstler. Kommentieren, oder besser: schwachsinnig reden scheint ihm also ständig wehzutun; nachzuhören mit vielen YouTube-Videos. Ich bin mir aber nicht sicher, ober er anstelle „Superlativ“ vielleicht doch eher „Superlatte“ meinte, und ihm nur das richtige Wort nicht eingefallen ist. Allerdings: Wenn dem so wäre, und ihm die richtigen Worte nicht rechtzeitig einfallen, was hätte er dann mit Ejakulativ meinen können? Massenturbieren? Orikononen? Drei Sachen würden mich in diesem Zusammenhang noch brennend interessieren: Ob das Fuss’sche Hirn beim Laufen glucksenden, schmatzende oder ähnliche Geräusche von sich gibt; ob jemand weiß, wie es nach dem Spiel in seiner Sprecherkabine ausgesehen hat; und welches arme Schwein die Sauerei wegmachen musste.
Ein klarer Fall für die Detektive des Grauens – Zeitzeugen, bitte meldet euch. Kommentare werden gerne angenommen.
Übrigens: Wer sich den Schreihals anhören möchte keine zehn langen Minuten aushält, auf YouTube gibt’s ein weiteres, kürzeres Video über seine Geschreie: Hirnlosigkeeeeeeeiiiiiiiiit scheint doooooooooch wehzutuuuuuuuun!
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Dezember 13th, 2011
S’geht? Guttenberg soll die EU-Kommission unter Neelie Kroes (Kommissarin für die digitale Agenda der EU) in Sachen Internet beraten. Ich empfehle ihm: seine ersten Aktionen sollten die Themen ”Ausschneiden und einfügen” sowie die korrekte Beachtung von “Urheberrechten” auf`s Tablett bringen. Lesenswert der Fokus-Artikel “Wie das Netz über Internetberater Guttenberg spottet“. Interessant auch die Artikel im Spiegel “Zensor, Kopierer und jetzt Freiheitskämpfer” und der SZ “EU nimmt Guttenberg auf“. Gutti? Nein Danke.
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Dezember 12th, 2011
Der Spiegel berichtet:
Michael Braun war (ist?) Berlins Senator für Justiz und Verbraucherschutz. Er soll allerdings als Notar an dubiosen Immobiliengeschäften mitgewirkt haben, und dabei auf Verbraucherschutz [sic!] nicht geachtet haben. (Früher hieß das, wenn ich mich recht erinnere, “den Bock zum Gärtner machen”.)
Lassen wir die noch zu klärenden Vorwürfe mal außen vor, finde ich eines bemerkenswert: Das Amt als Verbraucherschutzsenator lässt Braun ruhen. Das finde ich gut. Warum er allerdings Justizsenator bleibt, verstehe ich nicht. Ein Interessenkonflikt ist bereits einer zu viel, wie soll das Vertrauen bei den Menschen schaffen, die er vertritt?
Ich meine: All I want is the truth. Also dann, seien wir gespannt und harren der Dinge. Vielleicht kommt ja jemand mal auf die Idee, Verantwortung komplett, und nicht nur scheibchenweise, gezwungenermaßen und, wie in diesem Fall, mit einem (unverständlichen) halben Ruhezustand, zu übernehmen.
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November 25th, 2011
Teil 1: Ultra-Krawallos in Stadien
Endlich: Der Deutsche Fußballbund, genau genommen das DFB-Sportgericht, eiert nicht rum, sondern bezieht klar Stellung - und urteilt auch entsprechend: Dynamo Dresden wird wegen der gewaltbereiten Ultra- und sonstigen Mitläuferfans vom DFB-Pokalwettbewerb 2012/2013 ausgeschlossen, berichtet (nicht nur) der Spiegel (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,799827,00.html). Grund war das Pokalspiel in Dortmund, während dem einige der hirnlosen Idioten Raketen in andere Fanblocks schossen, Böller und bengalische Feuer zündeten und rund um das Stadion für ordentlich Krawall sorgten. Die Krone setzt dem Ganzen der Sicherheitsbeauftragte von Dynamo Dresden auf, der laut Spiegel von “erlebnisorientierten Fans” (!!) schwafelt. Fehlt nur noch, dass er die Ultras zum “Erlebniswochenende in Dortmund oder sonstwo” aufruft. Unglaublich.
Teil 2: Ich freue mich immer noch auf die EM 2012.
Es ist zwar Sport, aber Winston Churchill sagte mal “No sports, please”. Dem könnte ich einerseits sogar zustimmen, wenn ich an die Fußball-EM im nächsten Jahr in Polen und der Ukraine denke: Dort werden gerade herumstreunende Hunde massenweise getötet. Sie könnten ja das sauber Bild des Fußballsports beschmutzen. Also weg damit. Das ist eine klare Line, die aber eher der sehr freien Übersetzung des obigen Churchill-Zitats mit “Sport ist Mord” entspricht.
Andererseits finde ich, dass die EM hier instrumentalisiert wird, um unsere Aufmerksamkeit auf das Hundeproblem in der Ukraine zu lenken. Das ist gut. Aber dafür die EM zu verteufeln, ist falsch; denn die ist daran nicht Schuld. Die Ukraine muss dieses hausgemachte, seit längerem exsitierende Problem in den Griff bekommen, aber nicht durch einen EM-Boykott. Dafür gibt es auch Wege, wie ein Video von Peta Deutschland http://youtu.be/lgwmrOKFHEs zeigt - und vor allem Wege, die nicht so grausam sind, wie die in dem Video gezeigten. Ein Tipp, wie wir alle möglicherweise etwas mehr Druck machen können: Abstimmen per Facebook (http://www.facebook.com/Stop.Killing.Dogs.EURO2012?sk=wall). Tun wir’s einfach, und freuen wir uns dennoch auf (hoffentlich) schönen Fußball im nächsten Jahr.
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Oktober 5th, 2011
Gerettet. Ein abgestürzter Wanderer wurde, nach fünf Tagen und fünf Nächten, von der Bergwacht glücklicherweise lebend gefunden. Die Rettung sei wundersam, teilt die SZ mit. Ja, das glaube ich gerne, denn: Polizei und Bergwacht suchten tagelang in dem unwegsamen Gelände, der Vermisste lag “sehr weit weg vom einzigen befestigten Weg”. Aber sie sahen ihn nicht, die Sucher. Das blieb dem Sohn des Verunglückten vorbehalten, der seinen Vater durch das Autofenster (!) entdeckte. Cool, mit welcher Kiste mag der wohl in dem unwegsamen, unbefestigten Gelände voller Mulden unterwegs gewesen sein?
Ich frage mich: Braucht die Bergwacht mehr Autos, um Verletzte schneller, oder: überhaupt zu finden? Und: Ist die Bergwacht ohne Autos grundsätzlich blind? Fragen über Fragen; auch überlege ich, ob fünf Tage gleichbedeutend ist mit vier Nächten, oder ob nach fünf Tagen und fünf Nächten eigentlich nach sechs Tagen und fünf Nächten bedeutet, oder ob tatsächlich nur fünfeinhalb Tage oder viereinhalb Nächte, oder…
Ach, lassen wir das. Ich finde es allerdings schade, wenn solche irritierenden, oberflächlichen und nicht stimmigen Meldungen ungeprüft veröffentlicht werden. Wenn Journalisten so wenig Wert auf die Inhalte legen, wie schreiben die dann erst über die wirklich wichtigen aktuellen Themen wie etwa den Finanz-Hebel (WTFIT)? Oberflächlich, schlampig oder gar nicht recherchiert?
Ich finde, wir sollten für unser Geld durchaus mehr Qualität verlangen (können)!
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September 26th, 2011
Achtung! Die Wochenendpoeten der Süddeutschen waren wieder an der Tastatur unterwegs (Ausgabe 26.9.2011, Sport, Seiten 24 und 25). Wenn ein Kreativschreiber mal kreativ sein will, dann patschhht, pufffft und zackkkt es, oder gleich am Anfang geht es mausetot los. Unglaublich langweilig, sozusagen patsch, und mausetot.

Beim „Patschh-, puffff- und zackkk“-Text, geschrieben von Milan Pavlovic, traten bei mir die Pawlowschen Reflexe auf – nein, nicht der Sabber floss, sondern ein Patsch-, puff- und Zack-Reflex. Das, beiläufig gesagt, hat nichts mit „mausetot“ zu tun, wobei wir beim zweiten Text von Boris Herrmann wären.

Der gute Mann schiebt sogar den Duden vor: der wüsste, dass das Wort „mausetot“ natürlich nichts mit Mäusen zu tun habe. Er scheint einen eigenen (Boris-)Duden zu besitzen, in meinem jedenfalls steht das nicht. Aber es kommt noch besser. Ich dachte zwar immer, Schwachsinn sei nicht zu toppen, aber dann wurde ich eines Besseren belehrt. Zitat: „Das Wort … hat dann den Duden erst einmal den Duden sein lassen und ist wie ein aufgeschreckter Mäuserich durchs Stadion geeilt, in allen Winkeln hat das Wort mal kurz Halt gemacht.“ Mir fällt dazu nichts mehr ein außer einem geilen Lied von Mott the Hoople (die Älteren erinnern sich bestimmt): All the young dudes. Warum mir das einfällt? Naja, einerseits bedeutet Dude „Geck, feiner Pinsel aus der Stadt“ (laut Babylon), was irgendwie zu dem nicht ernstzunehmenden Text passt. Andererseits: Vielleicht hat der Schreiber-Dude diese Lied gehört, als er schrieb und möglicherweise ist ihm dann „Duden“ eingefallen und er hat noch ein paar Zeilen gebraucht und dann hat er geschrieben und dann hat die Textlänge gepasst und dann hat er nicht mehr nachgedacht und dann war’s auch schon geschehen: Job erledigt, Text abgegeben, Rechnung gestellt, und der Rest halt irgendwie und sowieso mausetot.
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August 12th, 2011
Wow, das ist Spitze. Ein paar hinskizzierte Striche der Apfel-Meister, und schon verbietet ein deutsches Gericht in Düsseldorf mit einer einstweiligen Verfügung den Verkauf des Samsung Galaxy-Tablet-Rechners in der EU. Der Grund: Samsung kopiere das iPad und verletze Schutzrechte - mit runden Ecken und abgerundeten Kanten des Gehäuses. Ich frage mich jetzt, wer als erster Automobilhersteller den anderen Herstellern den Autoverkauf gerichtlich untersagen lässt - schließlich ähneln sich die Kotflügel in der Form und Lage - gerundet und über den Rädern - genauso. Fragt sich nur: Wer hat ihn erfunden, den Kotflügel? Da droht wohl zuerst ein anderer Streit: Wer der Erfinder ist? (Es war wahrscheinlich irgendeine Kutschenmanufaktur, die es mittlerweile nicht mehr gibt und die vergaß, ein Patent dafür einzureichen.)
Das nenne ich Wettbewerb: Wenn platt machen oder aufkaufen nicht geht, dann halt wegen runden Ecken den Verkauf verbieten.
In diesem Sinne wünsche ich allen frohes Schaffen, und achtet vor allem auf die runden Ecken und Kanten.
Hier geht’s zum SZ-Artikel: http://www.sueddeutsche.de/digital/gericht-verbietet-auslieferung-in-europa-apple-stoppt-samsungs-neues-galaxy-tab-1.1129880
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Juli 19th, 2011
Mark Cavendish, 1200 Watt-Endspurtradler und aktuell Sprintkönig der Tour de France 2011, schreibt (so die SZ Nr. 164 vom 19.7.2011, Seite 30) in seinem Buch, Gewinner wie er „wollen, dass ihnen der Sonnenschein den Arsch aufreißt.“ Das wirft viele Fragen auf: Was meint er damit? Geht er zum Sprint aus dem Sattel, damit ihn die Sonne treffsicher von hinten aufreißt? Was ist, wenn er gegen die Sonne fährt? Schafft der Sonnenschein den Aufriss auch trotz, oder besser: durch Radlerhosen? Ist dafür möglicherweise ein Loch in der Hose nötig, oder muss Cavendish mindestens hintenherum nackig fahren? Was geschieht aus psychologischer Sicht mit den Radlern, die an seinem Hinterrad fahren: sind sie verstört, irritiert, oder gar angespornt?
Ich habe selten so ein Schwachsinn gelesen (oder gehört). Welcher Gewinner will sich schon den Arsch aufreißen lassen? Ich meine: Wenn das Zitat stimmt, hat Cavendish Sonne im A… und Sch… im Hirn. Wenn nicht, dann die SZ. Ich wünsche uns allen noch viele sonnige Tage.

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Juli 15th, 2011
Ich frage mich des Öfteren: Geht es uns zu gut? Sind wir noch ganz dicht? Wobei ich mit „uns“ die Menschheit im Großen und Ganzen meine, allerdings ab und zu auch an den Nachbarn zweifle. Eine der schärfsten Possen der Menschheit las ich kürzlich in der Süddeutschen Zeitung. Es ging um einen österreichischen Pastafari. Jo, richtig gelesen, Pastafari. Abgenudelt wie sonstwas, hat sich hier ein Anhänger der Nudelreligion wohl das Hirn mit dem Sieb ausgeschüttet – wozu sollte das Ding auch sonst auf dem Kopf (und im Führerscheinfoto) gut sein. Wobei mir schon die nächste Frage kommt: Wo nichts ist, wie kann Pastafari dann von dort was ausschütten? Eine Antwort darauf habe ich leider nicht. Aber ob der Typ noch alle Nudeln im Topf hat, da würde ich keinen Pfifferling, äh, sorry, kein Spaghetti drauf wetten. Dennoch: Kopf hoch, lasst die Nudel nicht hängen. Das wird schon.
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Juli 1st, 2011
Soso, Facebook weist uns auf ein falsches Gerücht hin. Lassen wir den Inhalt des fälschlicherweise falschen Gerüchts mal außer acht (als Urheber eines Bildes oder sonstigen Inhalts gehört ebenjenes oder ebenjener so lange mir, bis ich den Gegenstand verkaufe. Urheber mit Urheberrecht bleibe ich auch dann nach wie vor), lebt ein Gerücht, ich zitiere Wikipedia.de, “…von dem Spannungsverhältnis, ob es denn nun wahr oder unwahr ist.” Na also, wusst ich’s doch: Ein falsches (unwahres) Gerücht gibt’s gar nicht, sonst wär’s ja keines.Wenn nun wahr gleich richtig und unwahr gleich falsch wäre, stimmt das alles ja auch irgendwie hinten und vorne nicht mehr. Au wei, das wird philosophisch, denn was wahr ist, muss nicht immer richtig sein, und was falsch ist, kann manchmal sogar gut im Sinne von wahr (lich gut?) sein. Etwa wenn ich mir vor Lachen in die Hose mache, wäre das eigentlich falsch, weil: ich will das ja nicht, und damit also im Prinzip wahr(lich gut), aber auch nicht so richtig, also…. Seis drum, und Prost auf alles Wahre. Freuen wir uns über arschgeile Übersetzungen oder sonstige Formulierungen.

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